Crowdfunding – finanzielle Hilfe aus dem Netz

Crowdfunding von einem Mädchen

Wenn heutzutage ein Start-Up ein Projekt finanzieren will, ohne auf Investoren oder große Publisher zurückgreifen zu können, fällt immer häufiger der Begriff Crowdfunding. Crowdfunding wird auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Es stellt eine spezielle Methode der Geldbeschaffung dar, mit deren Hilfe die Durchführung von Geschäftsideen, Produkten, Projekten und jeder Menge anderer Ideen mit Eigenkapital ermöglicht wird. In der Regel erfolgt dies in Form von sogenannten stillen Beteiligungen der Nutzer einer Crowdfunding Plattform. Wenn auch andere Medien möglich sind, hat sich Crowdfunding in den letzten Jahren zunehmend ins World Wide Web verlagert.

Crowdfunding von einem Mädchen
Crowdfunding ermöglicht jedem die finanzielle Unterstützung von neuen Projekten (c) Benjamin Thorn / pixelio.de

Was ist Crowdfunding?

Prinzipiell ist jeder dazu in der Lage, Crowdfunding durchzuführen. Dies gilt sowohl für Projektleitende, die etwas finanzieren lassen wollen, als auch Nutzer, die nach neuen und interessanten Projekten suchen. Mittlerweile haben sich einige Crowdfunding Plattform im Netz etabliert, die Anflaufpunkt für viele Interessierte sind.

Das Prinzip ist simpel: Jemand mit einer Idee, braucht finanzielle Unterstützung, um den Plan in die Tat umzusetzen und wendet sich mit einer Vorstellung seines Projektes, mittels Mini Video Trailer und Beschreibung auf der Plattform an die Nutzer. Diese entscheiden dann, ob sie die Idee für vielversprechend oder interessant halten und können es finanzieren.

Crowdfunding Rollenmodell

Crowdfunding als IT Service basiert auf einem Rollenmodell, das die unterschiedlichen Rollen von einzelnen Personen, aber auch Personengruppen darstellt.

Darüber hinaus ist dieses Modell ebenso erweiterbar, sodass Rollen, die projektspezifisch sind, hinzugefügt werden können. Dazu zählen beispielsweise Betriebspartner oder Lieferanten. Grundsätzlich eistieren 4 unterschiedliche Rollen, auf denen das Modell basiert.

Die 4 Rollen im Crowdfunding:

  • Umsetzer
  • Geldgeber
  • Ideengeber
  • Crowdfunding Plattform

Diese sind bei jedem Crowdfunding existent und können von Organisationen, Personengruppen, aber auch einzelnen Personen angenommen werden. Jede dieser Rollen hat ihre eigenen speziellen Eigenschaften.

Crowdfunding Ideengeber

Bei dem Ideengeber handelt es sich um eine Person oder Gruppe, die eine Idee für ein Projekt entwerfen. Von Bands bis Designern ist hier alles möglich, aber in der Regel sind es Künstler jeglicher Art. Der Ideengeber im Crowdfunding hat, wie der Name sagt, die Idee für das Projekt oder Produkt, möchte oder kann sie aber nicht als Selbstversorger finanzieren.

Crowdfunding Geldgeber

Das benötigte Geld stellt dann der Geldgeber zur Verfügung. Diese Rolle wird laut Definition immer von der anonymen Menge an Nutzern des Internets übernommen. Diese suchen auf der jeweiligen Crowdfunding Plattform nach interessanten Projekten oder werden über externe Werbung (zum Beispiel durch YouTube oder Social Media Kanäle) zum Projekt-Eintrag geleitet und können dort einen frei wählbaren Geldbetrag zur Verfügung stellen.

Crowdfunding Umsetzer

Während die Idee realisiert wird, kommt nun der Umsetzer ins Spiel. Er ist befugt, strategische und wesentliche Entscheidungen zu fällen. Diese beeinflussen maßgeblich die Verwirklichung sowie den Erfolg der Idee. Jede am Modell beteiligte Partei kann durchaus mehrere Rollen übernehmen, es kann aber passieren, dass eine einzige Rolle über mehr als eine Partei aufgeteilt wird. Nur der Geldgeber übernimmt hier eine Sonderposition.

Crowdfunding Plattform

Außerdem existiert eine Plattform für das Crowdfunding, die zum Austausch verschiedener Informationen als Kommunikationswerkzeug zwischen den Parteien dient. Der Besitzer der Platzform kann, muss aber nicht, bereits eine Rolle besitzen. Wie bereits erläutert, bietet diese Plattform Raum für die Ideengeber, ihre Projekte vorzustellen und zu bewerben.

Crowdfunding finanzielle Unterstützung
Private und geschäftliche Projekte werden mit Crowdfunding unterstützt (c) Michael Staudinger / pixelio.de

Die bekanntesten Plattformen für Crowdfunding

Plattformen für Crowdfunding gibt es inzwischen viele, auch aus den unterschiedlichsten Ländern. Neben unterschiedlicher Herangehensweise an Projekte und Anforderungen, können Plattformen auch themenspezifisch fokussiert sein.

Während die bekanntesten Crowdfunding Seiten ein uneingeschränktes Projekt-Spektrum bieten, gibt es auch Plattformen, die sich lediglich an Spendenzwecke, Hilfsorganisationen oder politische Projekte wenden.

Crowdfunding mit Kickstarter

Die bekannteste Plattform für effektives Crowdfunding ist Kickstarter. Sie fungiert nach drei Prinzipien:

  1. „Alles oder nichts“: Beim Erstellen des Projektes wird eine Zielsumme eingetragen. Eine Projektfinanzierung kommt nur zustande, wenn die komplette Zielsumme erreicht wird. Dieses Prinzip kann für die Ersteller des Projektes gefährlich sein, aber bietet einen großen Vorteil für unsichere Geldgeber, denn ihr Geld wird nur beim Erreichen des Ziels eingezogen. Scheitert das Projekt, werden keine Kosten fällig.
  2. Prämien-Prinzip: Es gibt unterschiedliche Prämien, abhängig vom Prämienbetrag. Diese werden vorab von Projektinitiatoren bestimmt. So kann nach und nach die Zielsumme erhöht werden, was den Projekt-Planern eine genauere Planung ermöglicht, aber für Geldgeber unter Umständen weniger interessant ist, da die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass ihr Geld auf jeden Fall eingezogen wird.
  3. Transparenzprinzip: Plattform und Initiatoren gestalten den Schaffensprozess so transparent wie nur möglich und versorgen Geldgeber stets mit den neuesten Informationen zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung der Projekte. Bei diesem Crowdfunding Prinzip sind die Anforderungen an die Projekt-Ersteller hoch, denn nur, wenn sie auch Ergebnisse liefern, bleibt ihnen die finanzielle Unterstützung erhalten. Geldgeber haben hier dank Tracking starke Kontrolle über ihr Geld.

Crowdfunding mit Indiegogo

Indiegogo ist eine weitere Plattform, die sehr ähnlich funktioniert. Der einzige Unterschied ist der Betrag, der von dieser Plattform einbehalten wird. Während es bei Kickstarter in der Regel 5 Prozent sind, handelt es sich bei IndieGogo nur um 4 Prozent. Und das gilt auch nur dann, wenn das gesetzte Ziel der Ausschreibung übertroffen oder mindestens erreicht wird. Je nach Größe und Prestigeträchtigkeit des Projektes, müssen die Projekt-Ersteller abwägen, welche Plattform sich mehr anbietet. Während IndieGogo weniger Gebühren einzieht, ist Kickstarter bekannter und nur wenn ein Projekt auch gefunden wird, kann es durch Crowdfunding finanziert werden.

Crowdfunding mit Rally

Noch ein führender Online-Fundraising-Anbieter aus den USA ist Rally. Hier kann jeder einzelne Nutzer eine private Spenden-Rally starten, um seine Zwecke zu verwirklichen. Jeder Interessierte kann dann Geld spenden. Bei diesem Crowdfunding Anbieter wird also die Ausnahme des Geldgebers, der normalerweise nur aus einer Partei besteht, aufgehoben. Außerdem ist es deutlich einfacher zu bedienen, als IndieGogo und Kickstarter. Vor kurzen fand zudem eine Expansion nach Europa statt.

Crowdfunding mit FundRazr

Zuletzt zu nennen, ist FundRazr.com. Im Gegensatz zu den anderen drei Anbietern für Crowdfunding, handelt es sich hier eher um einen Anbieter für persönliche Vorhaben. Also weniger für große Agenturen, Firmen oder Künstler. Die Projekte fokussieren sich eher im Bereich: Hochzeiten, ein eigenes BHKW, Gesundheit, Reisen, neue Surround Sound Lautsprecher und so weiter. Auch hier fallen 5 Prozent Transaktionsgebühren an. FundRazr läuft hauptsächlich über E-Mail, Facebook, Widgets, Blogs und Websites, die geteilt und kommentiert werden können. Spenden kann auch hier jeder Interessierte.

Related posts

Leave a Comment