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Open Source Software

Open Source Software, abgekürzt OSS, wird jene Software bezeichnet, die nicht nur frei (also kostelos) verfügbar ist, sondern auch laut Verankerung in der Lizenz frei editiert und vor Allem weiterentwickelt werden darf. Hervorgerufen wurde diese Art der Software von der Open Source Initiative, kurz OSI, und soll dazu führen, dass Programme von mehreren Leuten und auch Unternehmen weiterentwickelt werden können, um diese so gut wie möglich zu gestalten und im Zuge dessen laufend zu verbessern. Das wohl bekannteste und verbreitetste Beispiel für Open Source Software ist Wikipedia. Dieses ist umso besseres Beispiel, da unter der Definition von “Open Source” nicht nur Software sondern auch andere Dinge, wie in diesem Fall das Wissen fallen. Obwohl der Beriff sinngemäß nahezu deckungsgleich mit “freier Software” ist, gibt es doch geringfügige Unterschiede. Diese sind zum Beispiel, dass “freie Software” den Vorteil des Nutzers hervorheben soll, während O. S. Software eher auf die schnelle und möglichst vorteilhafte Weiterentwicklung der Programme bedacht ist. Weiters ist bei freier Software im Gegensatz zu OS Software nicht zwangsläufig die Bearbeitung des Quellcodes im Bereich des Möglichen.

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OSS im Internet (c) Gerd Altmann/Shapes:dezignus.com / pixelio

Sowohl für Firmen als auch für Privatpersonen bietet Open Source Software einige erhebliche Voteile. Erstens ist O. S. Software, wie oben bereits erwähnt, kostenslos. Zweitens kann sie, besonders zum Vorteil von Firmen, auf bestimmte Bedürfnisse hin von unabhängigen Programmierern optimiert werden. Drittens kann bei Programmen im Open Source-Stil durch die Möglichkeit, den Quellcode einzusehen, verhindert werden, dass zum Beispiel Backdoors oder andere unbemerkte Schnittstellen ungewollt Daten an fremde Personen weitergeben oder zur Marktforschung genutzt werden. Viertens kann durch den einfachen Einblick in den Quellcode auch die Versionsverwaltung eingesehen werden. Fünftens können Experten mittels Einsicht des Quellcodes die Qualität und Effizienz eines Programmes schnell und einfach bewerten, um festzustellen, ob dieses für die gedachten Zwecke geeignet ist. Open Source Software umfasst alle Kategorien von Programmen. Diese reichen von Registrierungssystemen für die Lager großer Firmen über Programme zur Bearbeiung von Texten und Tabellen bis hin zu normalen Spielen gegen die Langeweile. Ein weiterer enormer Vorteil für Nutzer von Open Source Software ist, dass alle Kategorien der O. S. Programme von Programmierern geschrieben werden, die dies ohne kommerzieller Absicht tun, da sie im Normalfall nicht dafür bezahlt werden. Dadurch kann sich der User sicher sein, dass die Software in jedem Fall sogfältig und mit Motivation und vor allem Konzentration und positiver Absicht verfasst wurde.

Neben den zahlreichen Vorteilen hat Open Source Software aber auch einige Nachteile, die Nutzer kennen sollten, um einereseits informiert zu sein und diesen andererseits entgegenwirken zu können. Der vermutlich gravierendst Nachteil dieser Art von Programmen ist, dass die häufige Veränderung in die verschiedensten Richtungen nur mit viel inverstierter Zeit nachverfolgt werden kann. Auch, wenn die häufigen Neuerungen und das Verschwinden von nebensächlichen Funktionen für (vor Allem junge bzw. technisch versierte) Privatpersonen kein großes Problem darstellen dürften, so könnte in großen Firmen ein fatales Chaos dadurch entstehen, welches den technische Support enorm auslasten würde. Beliebte und auch sichere Portale für das Heruntrladen von Open Source Software sind zum Beispiel www.chip.de oder auch unter Anderem www.softonic.de.

3 comments on “Open Source Software

  1. Fritz

    Meiner Kenntnis nach ist es gerade Freie Software, die alle Rechte noch zuverlässiger schützt, als open Source Software. Leider werden viele Programme, die sich open Source nennen, mit nicht freien Programmen verbunden. Sie hängen damit oft von unfreien Ergänzungen ab und machen damit alle, die sie nutzen, erst Recht wieder von proprietärer Software abhängig. Das kann bei Freier Software nicht passieren, weil das ein offener Widerspruch wäre.

    Auch leben viele von der Entwicklung Freier Software. Ein Programm, dessen Quellcode nicht frei zugänglich ist, ist per Definition keine Freie Software:

    http://fsfe.org/about/basics/freesoftware.de.html

    Auch müssen nicht alle Neuentwicklungen und Abspaltungen verfolgt werden. Eine solidere und zuverlässigere Software als beispielsweise Debian ist schwer zu finden:

    http://www.debian.org/

    Leute, die sich mit proprietären Programmen herumplagen, sind wesentlich mehr Veränderungsnotwendigkeiten ausgesetzt, da die Firmen ständig neue Produkte verkaufen wollen. Bei Freier Software gibt es diese Motivation nicht und daher hat auch niemand ein Interesse daran jemandem neue Versionen aufzudrängen.

    Die Herausforderung liegt eher in der Wahlfreiheit zwischen so vielen Optionen, die parallel entwickelt werden…

    • Felix Sieger

      Hallo Fritz,

      vielen dank für Deinen umfangreichen Kommentar zum Artikel.

      Das Open Source Software durch die Integration “externer” Programme/Software von und für einzelne Firmen dahingehend verändert werden kann, dass für die Weiterentwicklung durch eventuelle Dritte, der Aspekt “Open” (Im Sinne von frei zugänglich, ohne zwanghaften Erwerb zusätzlicher Produkte)verloren gehen und häufig wird, ist sicherlich richtig.

      In diesem Falle ist doch aber, allein durch die Veränderung durch, z.B., die firmeninterne IT, die Open Source Software zu einer Firmensoftware mutiert. Das bestätigt im Grunde genommen den Open Source Gedanken und spinnt ihn weiter auf ein spezielles Produkt zugeschnitten.

      Für die weitergehende Verarbeitung und Ergänzung weiterer Funktionen ist dann die Firma intern zuständig

      > siehe Amazon Silk als Weiterentwicklung der Open Source Software Quelle Android für die Kindle-Systeme, die es dem Endverbraucher (anders als bei Smartphones auf Android Basis) nicht mehr erlaubt das eigene Betriebssystem den persönlichen Wünschen anzupassen, aber in diesem Falle zu einem “Firmenprodukt” wird, das durch aufwendige Programmierung den Kindle-Shop, der zuvor nur als App per Android/iOS zur Verfügung stand, zu einer funktionalen, den Bedürfnissen des Kindle-Tablets zugeschnitten Betriebssoftware macht.

      Das ist mit Sicherheit keine Open Source Software mehr, aber spinnt den Grundgedanken (Open Source Software als frei modifizierbar) auf Unternehmensbasis weiter.

      Dadurch wird die Open Source Software von Android von freier Software zur Firmen-Software. Amazon hat in diesem Fall auch kein Interesse daran das Produkt durch den Kunden weiter veränderbar zu machen.

      Über die “weichen Grenzen” zwischen Open Source Software, freier Software und letztendlich spezialisiertes Endprodukt lässt sich noch mehr schreiben und nach Definitionen suchen.

      Soweit aber erst einmal von mir, falls Dir noch weitere Standpunkte einfallen: immer her damit :)

      Gruß,

      Felix, chimeric.de

  2. T.

    “Open Source” wurde ursprünglich als Marketingbegriff entwickelt, aber der entscheidende Unterschied zu proprietärer Software liegt darin, daß der Anwender den Quellcode bekommen und anpassen kann. Wenn jemand, wie Amazon, den Anwender von dem Quellcode und den Möglichkeiten der Veränderung abschneidet, hat der Anwender genau gar nichts mehr davon, daß die ursprüngliche Software einmal mit Quellcode ausgeliefert wurde. Freie Software wurde nämlich entwickelt, um die Position des Anwenders gegenüber dem Lieferanten zu verbessern und ihn aus dessen Würgegriff zu befreien, nicht dazu, die Produktionskosten auf seiten des Lieferanten zu senken.

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